findings

 

Originality Originalität
„Today“ Herr K. was complaining „there are numerous people, who publicly take pride in composing large books all by themselves and we concur. As a grown men, the Chinese philosopher Dschung Dsi wrote a book of 100.000 words that consisted of quotes to a degree of 90%. Such books cannot be produced in our time, we lack the intellectual capacity. Subsequently, thoughts are only self-manufactured and those who do not produce enough of them consider themselves lazy. Sure enough there are no thoughts that might be quoted. How little do these need to perform their profession:  a quill and an inkstand is all they can show... And without any help, with the puny material one can carry in one‘s arms, they build their huts. Bigger buildings they know not as such that can be built by one single person. „Heute“, beklagte sich Herr K., „gibt es Unzählige, die sich öffentlich rühmen, ganz allein große Bücher verfassen zu können, und dies wird allgemein gebilligt. Der chinesische Philosoph Dschung Dsi verfaßte noch im Mannesalter ein Buch von hunderttausend Wörtern, das zu neun Zehnteln aus Zitaten bestand. Solche Bücher können bei uns nicht mehr geschrieben werden, da der Geist fehlt. Infolgedessen werden Gedanken nur in eigener Werkstatt hergestellt, indem sich der faul vorkommt, der nicht genug davon fertigbringt. Freilich gibt es dann auch keinen Gedanken, der zitiert werden könnte. Wie wenig brauchen diese alle zu ihrer Tätigkeit! Ein Federhalter und etwas Papier ist das einzige, was sie vorzeigen können! Und ohne jede Hilfe, nur mit dem kümmerlichen Material, das ein einzelner auf seinen Armen herbeischaffen kann, errichten sie ihre Hütten! Größere Gebäude kennen sie nicht als solche, die ein einziger zu bauen imstande ist!“
Bertolt Brecht